Lebenszeichen

Was heisst schon Leben! Ist es nicht der Tod, der uns alle treibt? Unser ganzes Sein wird von diesem Kerl beeinflusst, der dort am Ende des Weges steht und dabei gelangweilt an den Nägeln kaut. Er weiss ja, dass wir kommen, selbst wenn wir es nicht wollen.

Nun, mit einem fetten Plumpsen fallen wir dennoch ins grosse Wundern - geworfen in eine Welt, die uns täglich neu erstaunt. Eine Welt, in der wir uns vor Lachen die Bäuche halten - sofern uns dieses nicht im Hals stecken bleibt. Mein grosses Wundern begann am 2. März 1966. Dald darauf wurde ich auf den Namen Jan Graber getauft - auf dass ich nicht in der Hölle ende.

Das Wundern hält bis heute an: Täglich staune ich darüber, wie schnell die Zeit vergeht. Die Ahnung davon, dass sie sich nicht aufhalten lässt, entzündet im Menschen einen Funken, der stiebt und tobt, manchmal auch nur schwach flackert. Deshalb fasziniert mich der der Tod ebenso wie das Leben. Er vernichtet Menschen ebenso wie Planeten.


Dem Leben widme ich meine Sprache, der Sprache widme ich mein Leben - der schriftlichen genauso wie der musikalischen und visuellen. Doch die Sprache ist flüchtig: die Worte sterben in der Luft schneller ab als jeder Fisch – nur geschrieben leben sie manchmal länger als Imperien.

Ich schreibe, um vom Menchen zu sprechen.